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Berufsfachschule für Damenschneider präsentiert „Mode im Spiegel der Zeit“

Ungewohnte Klänge waren am Samstagnachmittag in der Gedächtniskirche zu hören: Die „Peppermint-Band“ spielte und sang sich durch die Unterhaltungsmusik eines ganzen Jahrhunderts und begleitete damit die historische Modenschau zum 20jährigen Bestehen der Berufsfachschule für Damenschneider durch die „Mode im Spiegel der Zeit“.

Geboren sei die Idee zu dieser außergewöhnlichen Präsentation bei den Überlegungen zu den Jubiläumsfeierlichkeiten der Gedächtniskirche, erklärte Dekan Friedhelm Jakob. Schon während des Festwochenendes hätten die Schülerinnen die Besucher mit ihrer Darbietung überzeugt. Auch wenn eine Modenschau auf den ersten Blick mit religiöser Bildung wenig zu tun habe, so würde mit der Präsentation extravaganter Kleidung des Fachbereichs der Berufsbildenden Schule gleichzeitig ein Stück Zeitgeschichte mit geliefert, versprach Jakob.

Fast 50 zukünftige Damenschneiderinnen nutzten den eigens für sie aufgestellten Laufsteg in der Gedächtniskirche für ihren ersten und vielleicht nicht einzigen Auftritt als Model. Professionell geschminkt und ausgestattet mit dem Zeitgeist, der Farbe und dem jeweiligen Geschmack angepassten Accessoires führten sie den begeisterten Besuchern in der bis zum letzten Platz besetzten Kirche die sämtliche von ihnen selbst geschneiderten Kreationen vor.

Moderatorin und Mit-Regisseurin Oberstudienrätin Elke Rothe führte das Publikum souverän durch sowohl modisch als auch politisch gute und schlechte Zeiten in den Jahren zwischen 1900 und 2004.

Erstaunt nahmen die Besucher den Einfallsreichtum und die modische Vielfalt am Anfang des vergangenen Jahrhunderts zur Kenntnis. Rothe wies darauf hin, dass es sich bei den Modellen nicht um Kleidung der „normalen Kirchengängerin“ damaliger Zeiten gehandelt habe - genau so wenig, wie die moderne Frau die Ergebnisse heutiger Modeschöpfer in ihrem Alltag tragen könne. Damals wie heute sei das eine Frage des Geldbeutels oder auch des Mutes gewesen.

Die Collage, mit der die Schülerinnen die 40er Jahre ankündigten, zeugte neben Modebewusstsein auch vom Politikverständnis der Auszubildenden: Mit der Friedenstaube, dem Judenstern, einem Soldaten- und einem Damenbein stellten sie die Zerrissenheit dieser Zeit authentisch dar.

Die Haltung, die Mimik, das Kleid - bei der Präsentation der Mode der 50er Jahre trat eine Schülerin auf die Bühne, die durchaus an das Selbstdarstellungsvermögen einer Monroe heranreichte. Sie wie alle ihre „Kolleginnen“ trugen die nicht alltägliche Kleidung mit großer Freude und Konzentration. Der Mut der angehenden Damenschneiderin, die in einem ebenfalls selbst hergestellten Metallplattenkleid die 60er Jahre präsentierte, wurde mit ungezügelter Begeisterung der Massen belohnt. Das Kleid ließ hinsichtlich des „Darunter" keine Wünsche offen.

Auch die „heißen Höschen“ der 70er kamen noch einmal zu ungeahnten Ehren, wie auch der „Hippie“- und „Astronauten-Look“.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Tanzeinlagen der Tanzschule Thiele, die von „Charleston“ bis „Hip Hop“ ebenfalls den Zeitgeist eines Jahrhunderts erfassten. (kya)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Speyerer Rundschau
Ausgabe: Nr.237
Datum: Montag, den 11. Oktober 2004
Seite: Nr.16






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